Börse
Ausblick: Stärkere Eröffnung erwartet; Société Générale präsentiert Zahlen
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag erneut mit Abschlägen aus dem Handel verabschiedet. Der DAX verlor am Ende 1,43 Prozent auf 5.353,35 Indexpunkte. Zeitweise lag der deutsche Leitindex mit über 2 Prozent im Minus. Der MDAX fiel daneben um 1,29 Prozent zurück auf 6.679,54 Zähler. Für den SDAX ging es um 1,21 Prozent nach unten auf 3.357,95 Stellen. Der TecDAX gab daneben 0,71 Prozent ab auf 717,56 Punkte.
Wie gestern Nachmittag bekannt wurde, ist der Auftragseingang für Industriegüter in den USA im September gestiegen. Laut Angaben des Handelsministeriums in Washington lag die Zahl der Bestellungen bei Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren um revidiert 1,4 Prozent (vorläufig: +1,0 Prozent) über dem Vormonatsniveau. Beim US-Auftragseingang für Industriegüter wurde für den Berichtsmonat ein Plus von 0,9 Prozent ermittelt, während Volkswirte ein Plus von 0,8 Prozent erwartet hatten. Unternehmensseitig steht eine milliardenschwere Übernahme im Blick. So wird Berkshire Hathaway, das Konglomerat des Milliardärs Warren Buffett, die Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe für rund 34 Mrd. Dollar vollständig übernehmen. Dennoch lagen die breiten US-Indizes zum Xetra-Schluss mit bis zu 0,6 Prozent im Minus.
Papiere des Autobauers BMW brachen am DAX-Ende um 6,3 Prozent ein. Die Münchner haben im dritten Quartal sowohl unter den Folgen der internationalen Wirtschaftskrise als auch unter der hohen Wettbewerbsintensität auf den Automobilmärkten gelitten. Der Absatz sank um 7,2 Prozent auf 324.100 Fahrzeuge. Der Umsatz ging dabei um 6,6 Prozent auf 11,76 Mrd. Euro zurück. Der Überschuss fiel um knapp 74 Prozent auf 78 Mio. Euro. Unter der Voraussetzung, dass weitere konjunkturelle Rückschläge nicht eintreten, werde der Absatz für das Jahr 2009 in einer Bandbreite von etwa 10 bis 15 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Für diesen Fall erwarte BMW, ein positives Konzernergebnis zu erreichen. Daimler und Volkswagen schlossen daneben mit 4,4 bzw. mit 3,4 Prozent im Minus. Herbe Abschläge haben das Geschehen auch bei der Commerzbank (-4 Prozent) und der Deutschen Bank (-4,2 Prozent) bestimmt. Die schweizerische Großbank UBS gab zuvor bekannt, dass sie im dritten Quartal einen Verlust erwirtschaftet hat, was mit Sonderfaktoren zusammenhängt. Siemens schlossen mit 1,9 Prozent im Minus. Das Joint Venture Nokia Siemens Networks hat einen Plan präsentiert, mit dem die finanzielle Performance verbessert und die Rückkehr zu Wachstum erreicht werden soll. Die in diesem Zusammenhang anfallenden Sonderbelastungen von 2010 bis 2011 werden auf 550 Mio. Euro geschätzt. Zudem soll die Belegschaft von derzeit rund 64.000 Mitarbeitern insgesamt um rund 7 bis 9 Prozent abgebaut werden. Papiere des Stahlkonzerns ThyssenKrupp, der aus dem Irak einen Großauftrag über 30.000 Tonnen Schienen für generelle Streckenerneuerungen im zweistelligen Millionenbereich erhalten hat, gaben 1,6 Prozent ab. Wie die Deutsche Post erklärte, wurde DHL vom größten britischen Zeitungsverlag News International mit der Distribution von vier führenden nationalen Tageszeitungen beauftragt. Der Fünf-Jahres-Vertrag habe einen Wert von mehreren Millionen Pfund. Die "Aktie Gelb" verlor 1 Prozent. Anteilsscheine des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) zogen um 4,6 Prozent an. Der Konzern hat im dritten Quartal Umsatz und Ertrag gesteigert. Zudem wurde der Ausblick für das Geschäftsjahr 2009 angehoben. Der Gesamtumsatz stieg um 6 Prozent auf 2,89 Mrd. Dollar. Das Konzernergebnis kletterte um 9 Prozent auf 225 Mio. Dollar. Die Aktie der Konzernmutter Fresenius gewann an der DAX-Spitze 6,8 Prozent. Der Gesundheitskonzern hat in den ersten neun Monaten Umsatz und Gewinn verbessert. Der Konzernumsatz wuchs um 19 Prozent auf 10,43 Mrd. Euro. Das bereinigte Konzernergebnis stieg um 14 Prozent auf 368 Mio. Euro. Für das Geschäftsjahr 2009 bestätigt Fresenius den Ausblick und erwartet einen währungsbereinigten Anstieg des Konzernumsatzes um mehr als 10 Prozent. Beiersdorf zogen um 3,3 Prozent an. Der Umsatz des Konsumgüterkonzerns ist in den ersten neun Monaten um 4,3 Prozent auf 4,35 Mrd. Euro gesunken. Das Ergebnis nach Steuern fiel von 402 Mio. Euro im Vorjahr auf 289 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2009 sei davon auszugehen, dass der Konzern die bisherige Umsatz- und Ertragsentwicklung des Geschäftsjahres fortsetzen kann. METRO preschten daneben um 4,2 Prozent vor. Wie der Handelskonzern mitteilte, sind seine Erlöse in den ersten neun Monaten um 3,7 Prozent auf 46,1 Mrd. Euro zurückgegangen. Die Entwicklung resultiere unter anderem aus negativen Währungseffekten in Osteuropa und nachlassender Inflation bei Lebensmitteln. Insgesamt wurde die Ergebnisentwicklung erheblich durch Währungseffekte beeinträchtigt. Bereinigt um Sonderfaktoren fiel das EBIT auf 748 Mio. (2008: 855 Mio.) Euro.
Der im MDAX notierte Baukonzern Bilfinger Berger hat einen weiteren Großauftrag erhalten. Demnach wurde man gemeinsam mit dem dänischen Partner Per Aarsleff mit der Errichtung der Fundamente des neuen Offshore-Windparks London Array im äußeren Mündungsgebiet der Themse beauftragt. Das Gesamtvolumen des Auftrags wurde auf rund 400 Mio. Euro beziffert, wobei der auf Bilfinger Berger entfallende Anteil bei 50 Prozent liegt. Der Wert verlor 1,6 Prozent.
Pfeiffer Vacuum schlossen im TecDAX etwas schwächer. Der Hersteller von Vakuumpumpen, Mess- und Analysegeräten sowie kompletten Vakuumsystemen hat in den ersten neun Monaten einen Umsatzrückgang um 3,2 Prozent auf 137,5 Mio. Euro hinnehmen müssen. Das Nachsteuerergebnis belief sich auf 19,7 Mio. Euro, nach 26,5 Mio. Euro im Vorjahr. Um 1,1 Prozent nach oben ging es für Drillisch. Der Mobilfunk-Service-Provider konnte sein EBITDA in den ersten neun Monaten um 7,3 Prozent auf 32,7 Mio. Euro steigern. Der Vorstand hat die EBITDA-Jahresprognose von rund 41 bis 42 Mio. Euro auf 43 Mio. Euro angehoben. Spitzenreiter waren Bechtle mit +4,7 Prozent. Manz gaben an letzter Stelle 4,7 Prozent ab.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Dienstag uneinheitlich. Während der Dow Jones mit 9.771,91 Punkten um 0,18 Prozent abnahm, zog der Nasdaq Composite um 0,40 Prozent auf 2.057,32 Zähler an. Der S&P 500 kletterte daneben um 0,24 Prozent und schloss bei 1.045,41 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 9.756,00 Punkten (+39,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.678,25 Punkten (+2,75 Punkte) und der S&P Future bei 1.045,10 Zählern (+3,20 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich trotz der unentschlossenen Vorgaben der US-Börsen stärker. Nach dem gestrigen Feiertag ("Tag der Kultur") notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 0,42 Prozent bei 9.844,31 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte ebenfalls grüne Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 1,40 Prozent im Plus bei 21.536,39 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,46 Prozent anzieht auf 3.128,54 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,21 Prozent auf 121,49 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.393 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.393,00 Zählern (+0,1 Prozent).
In Australien stehen heute die Baugenehmigungen zur Veröffentlichung an. Ferner werden in der EU die Erzeugerpreise bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Hypothekenanträge, der ADP-Arbeitsmarktbericht, der ISM Dienstleistungsindex, der Ölmarktbericht und das Sitzungsergebnis der Fed gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Allstate Corp., Automatic Data Processing Inc., Baker Hughes Inc., Cisco Systems Inc., Comcast Corp., Conseco Inc., Devon Energy Corp., Healthsouth Corp., Henry Schein Inc., Huntsman Corp., IAMGOLD Corp., Interstate Hotels & Resorts Inc., Liz Claiborne Inc., Marsh & McLennan Cos. Inc., Martha Stewart Living Omnimedia Inc., Molson Coors Brewing Co., News Corp., Prudential Financial Inc., Pulte Homes Inc., QUALCOMM Inc., R.R. Donnelley & Sons Co., Sanmina-SCI Corp., Time Warner Inc., TRW Automobile Holdings Corp., Tyco Electronics Ltd., XTO Energy Inc., adidas AG, Balda AG, ELMOS Semiconductor AG, Enel S.p.A., Garmin Ltd., HeidelbergCement AG, JCDecaux S.A., Loewe AG, Marks & Spencer plc, Pirelli & C. Real Estate S.p.A., Smartrac N.V., Société Générale S.A. und TOTAL S.A. an.
Wichtige Meldungen:
Der Lebensmittelkonzern Kraft Foods Inc. (ISIN US50075N1046/ WKN 655910) legte am Dienstag nach US-Börsenschluss die Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2009 vor. Das Nettoergebnis belief sich auf 824 Mio. Dollar bzw. 55 Cents je Aktie, nachdem im Vorjahresquartal ein Nettoergebnis von 34 Cents erzielt worden war.
Der Autobauer General Motors (GM) - heute Motors Liquidation Co. (ISIN US62010A1051/ WKN A0X900) - gab am Dientag die US-Absatzzahlen für Oktober 2009 bekannt. Unternehmensangaben zufolge wurden im Monat Oktober insgesamt 177.603 Fahrzeuge abgesetzt. Damit lag das Absatzvolumen 4,1 Prozent über dem Vorjahreswert von 170.585 Fahrzeugen.
Die britische Großbank HSBC Holdings plc (ISIN GB0005405286/ WKN 923893) kündigte am Dienstag einen Stellenanbau an.
Die Merck & Co. Inc. (ISIN US5893311077/ WKN 851719) und der Pharmakonzern Schering-Plough Corp. (ISIN US8066051017/ WKN 850469) teilten am Dienstag mit, dass die Fusion der beiden Unternehmen abgeschlossen wird. (04.11.2009/ac/n/m)




















